Ein spezielles Wochenende
Das Wochenende vom 4. und 5. März hat neben meinem Geburtstag noch
andere spezielle Sachen zu bieten. Dazu gehörten ein OL im Schnee an
einem Ort wo es auch schon mindestens 35 Grad wämer war an einem anderen
Wettkampf, ein eingeschneites Seetal und eine matschige Cross-SM.
Aber alles der Reihe nach. Da wir am Freitag unsere Diashow in
Winterthur zeigten, nutzten Eline und ich die Chance, und übernachteten
bei Karin. Am Morgen verliess sie bereits sehr früh die Wohnung um die
Posten für den Winterthurer-OL zu setzten. Die Zeit, um für das
Geburtstagskind und Eline ein feines Frühstück auf den Tisch zu stellen,
blieb trotzdem. So stärkten wir uns erst mal ausgiebig und machten uns
dann zuerst auf zu einer kurzen Einkaufstour in Winterhur. Unterdessen
schneite es schon kräftig. Fast als erste startete ich dann zum
Winterthurer-OL im Eschenberg. Es war meine erste Begegnung mit dem
WM-Wald von 2003. Die äusserlichen Bedingungen hätten nicht
unterschiedlicher sein können. Nach den heissen 35 Grad an der WM
schneite es diesmal kräftig und war dementsprechend kalt. Es war ein
spezielles Erlebnis. Die Spuren der Postensetzter waren bereits wieder
zugeschneit und in den verschneiten Bäumen sah man nicht mehr weit. So
musste der Kompass seine Arbeit gut verrichten um die Posten ohne Fehler
zu finden. Beim Posten musste ich als erstes den Schnee von der Einheit
wischen um überhaupt zu sehen, ob es der richtige ist. Jedes mal, wenn
ich durch ein Dickicht lief, sah ich wohl aus wie ein Schneemann und
musste zuerst wieder eine Weile ohne Bekanntschaft mit verschneiten
Büschen rennen, um warm zu bekommen. Ein lustiges Erlebnis war es und
sicher auch ein gutes OL-Training. In der Festbeiz erwartete mich dann
ein sehr feiner Geburtstagskuchen, dafür nochmals ein herzliches
Dankeschön an die OLC Winterthur!
Wir schafften es dann auch noch nach Hause, bevor das grosse Schneechaos
ausbrach. Am Sonntag mussten wir uns dann zuerst einmal freischaufeln.
Nicht gerade sehr erfreut hörte ich im Radio, dass der Zug nach Lenzburg
nicht mehr fuhr. Ich sollte mich ja schon bald auf den Weg machen nach
Genf an die Cross-SM. Mein Auto rechtzeitig auszugraben und vor allem
auf diesen Strassen herumfahren kam nicht in Frage, so hoffte ich
einfach, dass es der Bahnersatzbus auch pünktlich nach Lenzburg schafft.
Es klappte dann jedenfalls alles bis nach Genf und mit Hilfe eines Taxis
schafften wir es auch noch ohne längere Wartezeit (bis der
Gratis-Pendelbus wieder fahren würde) bis zum Sportzentrum.
Als ich dort ankam, war ich gar nicht erfreut über die Strecke. Tiefer
Matsch und teilweise stehendes Wasser bildeten der Hauptteil der
Strecke. Für mich war das wohl nicht ideal, aber da ich ja noch nie ein
Cross lief, ging ich guten Mutes an den Start. Schon bald merkte ich
dann, dass es wirklich nicht mein Terrain war. Ich kam mit dem Matsch
nicht zurecht und hätte nach zwei der 8 Runden am liebsten aufgegeben.
Doch da sagte ich mir, dass ich dafür nicht bis nach Genf gefahren bin.
So wurde für mich aus der Cross-SM ein mentales Training. Ich versuchte
mich mit allen Tricks wieder aufzumuntern und das Positive zu sehen (im
Zug hatte ich zuvor gerade ein paar Stunden Zeit, um mein Buch über
mentales Training zu lesen!). Das einzig positive war dann eigentlich
aber nur, dass ich mich durchgebissen habe. Sonst war es doch eher ein
Frust. Harter Boden liegt mir jedenfalls sicher besser....
So waren der Kampf gegen Schnee und Matsch ziemlich unterschiedlich
ausgegangen. Der Schneemann von Eline sah jedenfalls besser aus als ich
nach den 8 km im Matsch!!!
 

Fotos: Sara Gemperle/ Matthias Niggli
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