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Sara Gemperle - Weltcup Italien - Oktober 05

07.12.2005

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Ein Querschnitt durch alle Wettkämpfe von Sara

Mit schönem Wetter wurden wir in Italien empfangen, doch am ersten Wettkampftag war es dann nass und kalt und zwischen durch richtig stürmisch. Auf dem Programm standen an diesem ersten Wettkampftag gleich zwei Einsätze. Am Morgen die Quali und am Nachmittag der Final über die Mitteldistanz. Vom speziellen Gelände konnten wir uns am Tag zuvor beim Musterlauf ein Bild machen. So waren wir vorbereitet auf eine spezielle Mischung von schnellen Wiesen, undurchdringbaren dornigen Hecken und Waldstückchen und steinigen Gebieten auf Wiesen und im Wald.

In der Quali nahm ich mir vor, technisch sauber zu laufen und das Tempo eher zu drosseln. Das gelang mir relativ gut. Ich hatte am Anfang zwar immer wieder Distanzprobleme, aber irgendwie konnte ich mich lange ohne grössere Fehler durchmogeln. Bis ich dann den so einfach aussehenden viertletzten Posten einfach nicht fand. Ich war mir sicher, hinter der richtigen Hecke zu sein und kreiste dort etwa zwei Minuten, bis ich dann doch endlich verstand, was nicht stimmen konnte. Tja, da war es mir dann nicht mehr so wohl und ich drückte bis zum Schluss ziemlich aufs Gaspedal. Nach einem Jahr ohne Wettkampferfahrung auf diesem Niveau war ich mir meiner Quali nicht mehr so sicher. Das stellte sich zum Glück als unbegründete Angst heraus….und ich startete zum Final ziemlich mitten im Feld.

Der Final war zumindest im Schlussteil wieder auf der gleichen Karte. Auch der Rest sah nicht anders aus. Auf dem Kartenausschnitt mit dem Anfangsteil des Finals sieht man gut die Schwierigkeit dieses Geländes: man musste sich eine Route um die grünen Flecken herum suchen, den durch diese hindurch zu kommen war fast unmöglich. (Ich hatte einmal keine andere Wahl ohne einen zu grossen Umweg zu machen, das führte zu einigen gröberen Kratzern!!)

Nachdem ich den Anfangsteil zwar nicht sehr schnell aber doch fehlerfrei lief kam gleich danach auf einem langen Abschnitt zu Posten 7 der grosse Fehler. Ich hatte dabei noch Glück im Unglück, lief ich doch zu weit links zufällig zu Posten 8, der ziemlich nahe bei 7 war. So wusste ich zumindest wo ich war und machte einen Teil der Bahn halt rückwärts. Mit Posten 8 hatten viele andere so ihre Probleme, ich hatte dann diesen auch beim zweiten Mal auf sicher. Mein Wieder-Einstand im Weltcup war mit dem 13. Rang ziemlich zufrieden stellend.

Am nächsten Tag liefen wir die Quali für den Sprint. Dieser Wettkampf war ein Mix zwischen Wald am Anfang, einem relativ langen Übergangsteil bis zum Schlussteil in einem kleinen italienischen Städtchen mit vielen Gassen und auch vielen Höhenmetern.
Die Knacknuss war aber eindeutig der Startteil.

Auf der Karte sah es ja gar nicht soschwierig aus, es hat ja so viele grosse Felsen und Steine. Doch in Wirklichkeit sah man kaum einen Unterschied zwischen den riesigen Felsen und den Steinen und zusätzlich war alles von einem kratzigen Gebüsch überwuchert. So hatte ich dann keine Chance, mich im grünen zu orientieren. Zusätzlich kamen die Schwierigkeiten mit der Distanz. Als ich endlich beim Posten stand, waren wir schon zu dritt, die zwei nach mir gestarteten waren bereits da….Zwei Minuten waren weg und das in einem Sprint. Nun musste ich im Finaltempo und nicht mehr nur im Qualitempo weiter. Weil die hinter mir gestartete Ukrainerin dasselbe vorhatte, waren wir nachher fast nur noch mit Bestzeiten unterwegs und die Qualifikation für den Final sicherer als geglaubt.

Im Final am nächsten Tag sollte mir das nicht nochmals passieren. Ich nahm mir vor, den Startteil, der wieder im Wald war, sicher und „langsam“ zu laufen. Doch im Final war das kleine Städtchen „Cervara di Roma“ viel steiler, kleiner und verwinkelter als im Quali. So konnte es also kaum anders sein als dass ich diesmal zwar langsam aber fehlerfrei durch den Waldteil kam, doch wie ich danach den Posten sieben fand….keine Ahnung, nur eben mit einer viel zu grossen Suchaktion.

Mit einem Routenwahlfehler von 11 zu 12 war es dann endgültig um ein einigermassen gutes Resultat geschehen.
So war ich sehr froh, dass nun noch die zwei Wettkämpfe im schönen Waldgebiet des Monte Livata folgten. Ohne Pause ging es nämlich am Tag darauf mit dem Klassischen weiter. Gestartet wurde inumgekehrter Reihenfolge des Gesamtweltcups. Da ich dort noch kaum Punkte hatte, startete ich früh und eher in langsameren Läuferinnen drin. Ich fühlte mich nicht mehr wirklich fit und glaubte nicht so ganz daran, dass mir nun ein guter Wettkampf gelingen sollte. Mit dem Tipp „Geduld haben“ schickte mich der Trainer los. Und so lief ich auch, mit einem guten Tempo aber immer mit Reserven. Technisch lief es fast schon perfekt. Mit den Routenwahlen war ich mir nicht immer ganz sicher, doch da der Wald so schön war und super belaufbar, gab es kaum eine gute Alternative zur Strichroute. Bis zum Übergang war ich alleine unterwegs, dann lief ich aber auf eine Läuferin nach der anderen auf und auch gleich daran vorbei. Dies motivierte mich zusätzlich und auch wenn ich am Schluss nicht mehr immer die Routen lief, die ich plante (machte keinen Höhenmeter zuviel, auch wenn es manchmal sicherer gewesen wäre…) war es ein super OL-Gefühl.
Technisch lief es fast bis zum Schluss gut. Zum letzten Posten hatte ich kurz ein Blackout und verstand nichts mehr auf der Karte. Das kostete mich nicht viel Zeit…..leider aber genau die paar Sekunden, die ich auf die sechste verlor. Beim zweitletzten Posten war ich noch auf diesem Rang…
Auch ohne Blumen war ich aber sehr zufrieden mit meinem Lauf und dabei vor allem mit meiner technischen Leistung. Der siebte Rang war ja schliesslich auch mein bisher bestes Weltcupergebnis.

Zweiter Teil des Klassischen Wettkampfes:

Nach einem Ruhetag liefen wir im gleichen Wald die Staffel. Im zweiten Team lief ich die Schlussstrecke. Meine Vorläuferinnen schickten mich mit nur knappem Abstand nach vorne und auch nach hinten auf dem guten fünften Rang ins Rennen. Lange habe ich niemanden gesehen. Doch nach dem Zuschauerposten kam die Schwedin von hinten immer näher. Sie folgte mir zum Glück zu meiner Gabelung, hätte sie doch eigentlich die bessere/kürzere gehabt. So war ich bis zum zweitletzten Posten immer noch knapp aber doch relativ sicher vorne. Doch den zweitletzten Posten sah ich nicht, obwohl ich ganz nahe stand. Irgendwie passten die Steine, die die Felsen sein sollte und der Waldrand nicht zusammen. Als ich mich dann ein paar Meter bewegte und den Posten keine zehn Meter neben mir sah, war auch die Schwedin da. So wurde es ein harter Kampf zum letzten Posten. Ich stempelte zuerst und spurtete los, rettete mich gerade noch knapp zuerst ins Ziel. So landeten wir als zweites Team auf dem fünften Platz, noch vor vielen ersten Teams anderer Nationen.
Übrigens: der Kartendruck war bei der Staffel wirklich so viel schlechter, wie es hier aussieht. Als zusätzliche Erschwernis gab es auch noch eine Karte ohne Nordlinien, Chlöde liess sich davon aber nicht beirren. Das Wetter spielte ebenfalls mit und brachte genau an diesem Morgen dichten Nebel. So konnte man die LäuferInnen kaum bis zum Startpunkt sehen.

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