Venla - Jukola
Genau eine Woche nach dem Trainingslager in Dänemark bin ich bereits
wieder unterwegs, diesmal nach Finnland. Das Ziel meiner Reise ist die
Venla-Staffel. Zuvor bleiben ein paar Tage Zeit, um das finnische
Gelände besser in den Griff zu bekommen.
Finnland konnte mich noch nie wirklich begeistern. Das lag wohl mehr
daran, dass ich es technisch nicht im Griff hatte, als am Gelände
selbst. Diesmal ging es mir am Anfang nicht besser. Beim ersten Training
und auch an den Forssa Games fand ich kaum einen Posten auf Anhieb. Doch
es ging von Tag zu Tag besser.
So war ich bis am Samstag ziemlich gut gerüstet für die Schlussstrecke
der Venla-Staffel. Als orienteering.ch-Team starteten Caro, Fränä, Karin
und ich zum Abenteuer Venla mit 870 anderen Teams. Caro legte einen
super Start hin. Zum ersten mal in einer solchen Staffel auf dem Start
und gleich als sechste zurück. Wir anderen staunten schon fast ein
wenig. Fränä auf der zweiten Strecke war in der Spitze dabei bis ihr ein
ärgerlicher Fehler unterlief. Karin machte ihre Sache ebenfalls gut und
schickte mich als 45igste auf den Schluss. Ich war sehr erstaunt, dass
es um mich herum lauter bekannte Namen hatte, das motivierte mich aber,
mit diesen mitzulaufen. Ich erwischte einen guten Start und versuchte
von den anderen Schlussläuferinnen zu profitieren. Das war aber alles
andere als einfach, da noch so viele Läuferinnen der Strecken zuvor
unterwegs waren. "Trämle" wurde dadurch fast unmöglich. Bis zu Posten
sieben ging alles ganz gut und ich sah immer wieder etwa die gleichen um
mich herum. Doch dann kam mein grosser Fehler, den ich eigentlich
unbedingt verhindern wollte. Ich war genau richtig zu meinem achten
Posten (170) unterwegs, doch dass ein anderen Posten (113) nur ganz
knapp vor meinem stand, damit habe ich nicht gerechnet. Dann hat der
fast endlose Bandwurm mit Auffangen bei einem falschen Posten, doch
nicht richtig, Auffangen beim nächsten Posten usw. angefangen. Nach vier
Minuten herumkreisen habe ich es dann doch noch geschafft. Nur waren nun
leider die Läuferinnen, die ich vorher immer sah weg und ich kämpfte
mich alleine bis ins Ziel durch. Als 37. kam ich dort an und wenn uns
vorher jemand gefragt hätte, wir wären damit sicher zufrieden
gewesen.....jetzt muss ich sagen, es wäre mehr möglich gewesen...
>>>>Laufkarte Venla

Für mich war dann das Abenteuer noch nicht zu Ende sondern ging mit der
Jukola weiter. Im Team der OLC Winterthur 2 werde ich mich am frühen
Morgen auf die 5. Strecke machen, da einer ihrer Läufer verletzt ist. So
legte ich mich nach dem Start der Männer um 23 Uhr ins Militärzelt um
ein paar Stündchen zu schlafen. Unser Zelt in der ersten Reihe hatte ja
eine super Lage, alles war Nahe, doch mit dem Speaker als Unterhaltung,
lässt es sich nicht sehr gut schlafen. So kroch ich kurz nach vier aus
dem Schlafsack. Mit ein paar Nutella-Knäckis im Bauch ging es dann vor
sieben Uhr los. Es war schon noch speziell im Warteraum mit hunderten
von Männern und wohl etwa zwei bis drei Frauen zu sein. Die einen waren
wie die wilden am Einlaufen, andere dehnten so kräftig, dass fast der
Gartenzaun zusammenklappte und nochmals andere sowie auch ich standen
gähnend dort und sahen zu, bis unsere Läufer kamen. Im Wald lief es mir
dann technisch richtig gut. Ich überholte Mann um Mann und genoss mein
"Frühmorgen-Training" in vollen Zügen.
So kam ich in diesen fünf Tagen Finnland zu richtig vielen Trainings und
Wettkämpfen. Es war eine tolle Zeit, mit super Wetter und einem lässigen
Reisegrüppli der OLC Winterthur.
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