Lang-SM und mehr
Von Freitag bis Sonntag standen bei mir drei Testläufe für das
Weltcupfinal auf dem Programm. Gleichzeitig war der Samstag ein
Wertungslauf des Biofarm-Cups und der Sonntag die Schweizermeisterschaft
wo ich als Titelverteidigerin am Start stand.
Aber alles der Reihe nach. Am Montag und Dienstag hatte ich meine
letzten sCOOL-Etappen dieses Jahres. Ich war ziemlich geschafft und
froh, dass es nun bis zum Weltcupfinal ruhiger wird. Für die Testläufe
blieb für eine gezielte Vorbereitung nicht mehr viel Zeit. Da ich ab
Mittwoch endlich wieder mehr Zeit hatte fürs Training wollte ich die
trotz drei Wettkämpfen am Wochenende auch nutzen, dies alles natürlich
auch im Hinblick aufs Weltcupfinal.
Auf den Sprint vom Freitag freute ich mich. Das Gelände sah spannend aus
und bei diesem Wetter; einfach herrlich da OL zu machen.
Technisch hatte ich einen guten Lauf. Die eine oder andere
Schrecksekunde, wenn etwas plötzlich nicht ganz so ist wie vorgestellt,
gehören beim hohen Sprinttempo dazu. Läuferisch war ich ziemlich am
Limit, doch über diese Distanz und Länge konnte ich mich durchkämpfen.
Karte Waldau Schärmewald
Am Samstag wartete dann schon das nächste Bijou auf uns. Auch wenn
dieses Gelände nicht zu denen gehört, die am besten zu mir passen, es
war herrlich! Ich hatte eigentlich vor allem Respekt vor dem ersten Teil
unserer Bahn, wo genaues Kompasslaufen gefragt war. Da die Sicht aber
hervorragend war und ich eben auch meinen Kompass ab und zu voll im
Griff habe, gelang mir bis zum Wechsel in die Gräben ein sehr guter
Lauf. Dann schlichen sich zweimal kleinere Routenwahlfehler ein, die
sich zeitlich recht gross auswirkten. Von 9 zu 10 wäre ich besser wieder
auf die Fläche hinaufgestiegen und obern durch den Graben als quer. Bei
der rasanten Abfahrt auf dem Gesäss in den Graben hinunter zerriss ich
auch noch die Karte. Zum Glück hatte ich noch alle Teile und konnte
nachdem ich die Dreckschicht abgekratzt hatte auch wieder etwas sehen.
Ein ähnlicher Fehler machte ich von 11 zu 12 als ich mich zu tief in den
Graben hinunter fallen liess und nachher die Steilwand hinaufkraxeln
musste. Mit diesen Fehlern reichte es dann nur zum 7. Rang und somit
auch zu keinem Biofarm-Sack.
Karte Chuderhüsi
Meinen Titel vom letzten Jahr zu verteidigen war ein zu hohes Ziel für
am Sonntag. Doch um einen Podestplatz wollte ich mitkämpfen. Auch der
Toppwald ist nicht mein Lieblingswald doch wusste ich unterdessen, dass
ich trotzdem gute Resultate zeigen kann. Von den Fehlern am Samstag
hatte ich hoffentlich etwas gelernt und wollte heute besser nach
Umlaufrouten Ausschau halten. Der Anfang war wieder ganz ok. Läuferisch
musste ich in den Steigungen zwar von Beginn weg leiden und fühlte mich
gar nicht fit. Doch das schlechte Gefühl sollte mich nicht von einem
technisch guten Lauf abhalten! Zu Posten 7 war es dann trotzdem wieder
passiert: ich hatte die Route nicht wirklich fertig geplant und als ich
auf der Strasse rannte merkte ich plötzlich, dass ich jetzt eben die
Umlaufroute um die Gräben verpasst hatte. Ich war aber schon zu weit und
es gab keinen Ausweg mehr, ab durch den Graben!! Bei Posten 9 wurde ich
dann von Martina eingeholt. Meine Route war wohl auch da wieder nicht
ganz ideal...
Überrascht war ich nicht, als Martina kam und ich wollte eigentlich ein
paar Posten weit von ihr profitieren. Doch leider erwischte ich gerade
nach Posten 9 einen Ast ins Auge. Zuerst dachte ich, dass ich etwas
Dreck im Auge habe und das mit viel Blinzeln und vorsichtigem Reiben
dann wieder weggeht. Gleichzeitig versuchte ich an Martina
dranzubleiben. Schon bald merkte ich, dass wohl meine Kontaktlinse doch
wieder kaputt ist (nicht zum ersten mal in dieser Saison...) und ich mit
dieser eingeschränkten Sicht bis ins Ziel kommen musste. Auf der Karte
etwas zu sehen war kein Problem, doch der Boden war nicht mehr scharf
und so hatte ich auch keine Chance, quer mit Martina mitzuhalten. Ich
musste sie ziehen lassen und mich auf möglichst gut belaufbare Wegrouten
bis ins Ziel kämpfen. Dort bestätigte sich dann auch, dass meine
Kontaktlinse einen Riss hatte und so ihren Dienst natürlich nicht mehr
erfüllte. Schade, doch für einen Podestplatz wäre es auch ohne dieses
Malheur knapp geworden.
Karte Toppwald
Nun bleiben mir noch knapp zwei Wochen um meine Form fürs Weltcupfinal
zu finden. Eine kurze Zeit, doch vor allem für einen guten Sprint sollte
ich bis dann bereit sein. Ich hoffe natürlich auf viele Fans vor Ort!!
<<< zurück
|