Nordmeisterschaft in Bornhom, Dänemark
Am Dienstag nach dem Tiomila fuhren wir mit der Fähre nach Bornholm, die
dänische Sonneninsel mit Mittelmeerklima (laut Reiseführer, diese Woche
war es wirklich so.)
In vier Tagen standen vier Wettkämpfe auf dem Programm, ein hartes
Programm also. Die Reihenfolge war mal etwas anders als normal mit
Sprint, Staffel, Mittel und Lang.
Der Sprint war in Gujhem, einem kleinen Städtchen am Meer. Es war ein
ideales Sprintgelände mit viel Abwechslung. Ich hatte unterwegs
läuferisch ein schlechtes Gefühl und war im Ziel ziemlich enttäuscht
über meinen Rückstand. Bei der Auswertung kam dann aber heraus, dass ich
läuferisch gar nicht gross verloren hatte, sonder dass sich neben die
drei kleinen Postenraumfehler, von denen ich natürlich schon wusste,
zwei Routenwahlfehler eingeschlichen hatten. So war dann die
Enttäuschung über die läuferische Form etwas kleiner und ich wieder
zuversichtlicher, dass ich auf der Staffel-Startstrecke mithalten kann.
Karte Sprint
Am nächsten Tag stand ich dann also am Massenstart und wusste noch
nicht, dass es ein für mich rabenschwarzer Tag werden wird. Auf dem Weg
zum ersten Posten fühlte ich mich gut, konnte das Tempo für mich
überraschen gut mithalten. Ich schaute für mich und kam bis knapp vor
den Posten ohne Probleme, doch dann liess ich mich doch verunsichern und
mitziehen zur falschen Gabelung. Alles noch nicht so schlimm, waren wir
doch ca. 5 Läuferinnen, die das machten. Zum dritten Posten entschied
ich mich dann für die Umlaufroute, die richtig ausgeführt sicher nicht
schlecht wäre, doch der grosse Parallelfehler unterwegs liess mich
ans Ende des ganzen Feldes zurückfallen. Während den nächsten Posten
versuchte ich ruhig zu laufen, mich wieder etwas nach vorne zu arbeiten.
Ich merkte aber bald, dass ich kaum folgen konnte und meine Beine
richtig sauer waren. Der Sauerstoff fand den Weg nicht mehr durch meine
Lungen in die Beine. Ich wusste, dass ich etwas riskieren musste um
eventuell wieder weiter nach vorne zu kommen und entschied mich, eine
weitere Umlaufroute zu nehmen. Leider erwies sich die auch diesmal nicht
schneller. Ab da war es nur noch ein Kampf gegen mich selber, der
Versuch mit total übersäuerten Beinen so schnell es geht vorwärts zu
kommen. Mein Leistungsasthma hat mir zusammen mit den Pollen ein
riesiges Handicap an genau diesem Tag geschaffen. Tja, man kann es sich
eben nicht aussuchen, wann der Körper nicht so will wie der Kopf.
Meine beiden Staffelkolleginnen, und da ganz speziell Simone auf der
Schlussstrecke, haben aus der Situation wirklich noch alles herausgeholt
und mir eine Silbermedaille erlaufen. Nur die Freude bei mir war
irgendwie nicht sehr gross....dafür die Frage, was wäre gewesen wenn
umso länger im Kopf present.

ganze Karte Staffel
Lange Zeit zum grübeln und überlegen blieb nicht. Am Tag darauf ging es
weiter mit der Mitteldistanz. Ein für Dänemark wirklich ungewohnt
schönes und interessantes Gelände wartete auf uns. Ich fühlte mich
läuferisch noch nicht viel fitter, konnte mich aber mit dieser Situation
als Einzelläuferin natürlich besser abfinden.
Technisch war ich mit ein paar kleinen Unsicherheiten ganz zufrieden.
Irgendwie gehört es in Dänemark bei mir zur Mitteldistanz, dass ich
mindestens einen Posten einfach nicht sehe, obwohl ich fast auf ihm
stehe. Wie an der WM-Quali war es auch diesmal so. Ich sah den Stein, an
dem mein Posten stand, nicht hinter einem Busch.
Karte Mittel
Der letzte Tag: Langdistanz. Ich war schon selten, am Morgen wenn ich
aus dem Bett sollte noch so kaputt. Es ging noch anderen so, und so
sassen Fränä und ich vor unseren Tellern und wussten nicht, wie wir es
schaffen sollten, das Frühstück zu essen.
Mit dem Frühstück nach langer Zeit dann doch im Bauch ging es aber immer
besser und ich war überrascht, dass sich meine Beine beim Einlaufen
richtig gut anfühlten. Über die Langdistanz hatte ich dann
erwartungsgemäss auch nicht mehr gross Probleme mit meinem Asthma, da
das Tempo tiefer war. Etwas mehr forciert hätte ich aber auch da gerne.
Technisch lief es gut, einzig die kleinen Routenwahlen waren manchmal
nicht ideal. So war ich im Ziel ganz zufrieden, wusste aber auch, dass
sich der Waldboden mit Buschwindröschen und Gras zu einer wahren
Autobahn verwandeln würde. Ein Vorteil hatte aber meine frühe Startzeit:
ich konnte vor der Heimreise noch gemütlich mein Mittagessen
geniessen....

ganze Karte Lang
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