Argus Spitzensport
Sara Gemperle - SOM-Kandersteg-MOM

13.09.2006

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SOM, Kandersteg und MOM

Eine lange Serie ging am Wochenende an der Mitteldistanzmeisterschaft zu Ende. Zum ersten Mal seit der KOM 2003 musste ich ohne Medaille von einer Einzelmeisterschaft nach Hause fahren. Doch alles der Reihe nach, habt ihr doch schon lange nichts mehr von mir lesen können.
Auf die SOM sozusagen vor der Haustüre freute ich mich natürlich speziell. Es ist gar nicht immer einfach, in einem Wald, den man so gut kennt auch gut OL zu machen. Wir liefen diesmal mit Noëmi auf dem Start, Karin auf der zweiten Strecke und ich auf dem Schluss. Wir wussten, dass wir starke Gegnerinnen haben und für einen Sieg von Beginn weg einen Vorsprung schaffen müssen. Noëmi startete gut, kam beim Übergang als erste aus dem Wald. Doch auf der kurzen Schlussschlaufe verwandelte sich der kleine Vorsprung leider in einen relativ grossen Rückstand von über einer Minute. Das war nicht ganz nach Plan, doch um Medaillen konnten wir immer noch mitreden. Karin machte ihre Sache sehr gut, schickte mich als vierte, knapp hinter Kapreolo und nicht ganz eine Minute hinter Hindelbank ins Rennen. Nur die Baslerinnen waren wie schon fast erwartet nach der zweiten Strecke schon etwa 4 Minuten vor allen anderen. Ich fand schnell einen guten Mix zwischen den für mich bekannten Strassen und trotzdem nicht zuviel umlaufen. Mit immer wieder anderen, jeweils ein paar Sekunden schnelleren Routen, konnte ich bis zum vierten Posten zu Fränä im Hindelbanker Dress aufschliessen. Kapreolo konnte nicht folgen und von hinten holte niemand auf. Bei Posten fünf standen wir dann gemeinsam etwas ratlos in den kleinen Buchen herum, fanden dann aber den Posten zum Glück schon bald. Mit abwechselnder Führung kämpften wir uns zweimal über den Berg. Ich fühlte mich nicht gerade super und hatte keine Chance, in den Steigungen eine Attacke zu starten. Bei der zweiten Passage über die Wampflestrasse wusste ich, dass ich nun auf der langen flachen Strassenstrecke einen Angriff wagen muss. Auf einen Schlussspurt wollte ich es nicht ankommen lassen. So holte ich ein paar Sekunden heraus bis zum Zuschauerposten und rettete sie über die Schlussschlaufe ins Ziel. Über diese Silbermedaille freute ich mich sehr und auch über einen technisch und taktisch guten Lauf. Läuferisch hatte ich mich schon besser gefühlt. Da war wohl das Training über das
1000er Stägli am Tag zuvor bei der WM-Auswertung in Olten nicht ganz unschuldig....
Nachher folgte eine Woche mit viel sCOOL-Arbeit und wenig Training. Am Samstag fühlte ich mich schon vor dem Start zum ersten Tag in Kandersteg müde und schlapp. Ich nahm mir vor, konzentriert zu laufen, am läuferischen konnte ich ja nun nichts mehr ändern. Ich erwischte einen guten Start, doch wurde ich leider schon bald übermütig. Bereits zu drei gab es die erste kurze Suchaktion, noch nichts schlimmes. Das gleiche beim fünften Posten, ungenau im Postenraum, kein grosser Fehler. Doch zu Posten acht kam er dann, der grosse Bock. Ich lief im halboffenen Steingebiet kreuz und quer, fing mich immer wieder falsch auf. Irgendwann sah ich dann eine Militärdecke mit ein paar Flaschen. Da hat wohl jemand sein Picknick liefen lassen, dachte ich. Wenn ich gemerkt hätte, dass das unsere Verpflegung sein soll, wäre der Fehler immerhin ein wenig kleiner geworden. So liess ich zwei Minuten im Steinfeld liegen und glaubte nicht mehr daran, ein einigermassen gutes Resultat zu schaffen. Doch es ging ja auch noch um die Ausgangslage für den Jagdstart vom Sonntag. Ich schaffte es für den Rest des Laufes nochmals mich zu konzentrieren. Die Rangliste hat mich dann anschliessend sehr überrascht, war ich mit meinem für mich wirklich schlechten Rang noch dritte. Dieser dritte Rang bescherte mir ein neues Natel und natürlich eine gute Ausgangslage für den Sonntag.
Karte vom Samstag mit Routen findet ihr hier:
http://www.olternativ.ch/gadget/cgi-bin/reitti.cgi?act=map&id=7&kieli=

Die Geschichte vom Sonntag ist schnell erzählt. Ich startete schlecht, suchte schon den ersten Posten, kam läuferisch nicht vom Fleck und wurde so schon bald von mehreren Läuferinnen hinter mir aufgeholt. Doch auch heute hatte ich mehr Glück......
Hinauf zum drittletzten Posten war ich der Meinung, dass es zwischen Caroline und mir noch um Rang 5 und 6 gehen wird. Doch ein Blick zurück erbrachte die Überraschung, dass Martina und Noëmi hinter uns und nicht wie angenommen vor uns waren. So fand ich dann nochmals irgendwo soviel Energie um mich vor Caroline wieder als dritte ins Ziel zu retten. Diesmal war der Lohn ein Sack feiner Biofarm-Produkte.
Nach einer Woche, in welcher ich mir nicht so sicher war, ob ich mich nun erhole soll oder endlich wieder einmal richtig trainieren, ging es bereits mit der MOM weiter. Den Finalwald kannte ich schon ein wenig vom Euromeeting 01. Ich freute mich auf diesen schnellen Wald, wusste aber, dass es für mich nicht ganz einfach sein wird, da vor allem Kompassarbeit gefragt ist. Das zählt ja leider nicht gerade zu meinen Stärken. Der Qualilauf war ein solider Quali. Nachdem mir der schwierigeren ersten Teil mit den vielen Steinen gut lief, drosselte ich das Tempo etwas im Hinblick auf den Nachmittag. Läuferisch fühlte ich mich besser als in Kandersteg eine Woche zuvor, doch leider immer noch ein gutes Stück von meiner Bestform entfernt. Als zweitletzte nahm ich den Final in Angriff. Schon zum ersten Posten machte ich den ersten Bogen. Etwas, was sich leider dann durch den ganzen Lauf durchzog. Ich hatte eigentlich unterwegs gar nicht das Gefühl, so schlecht zu laufen. Doch unzählige Unsicherheiten im Postenraum, kleine Richtungsfehler usw., die jedes mal 10 bis 15 Sekunden kosteten, summierten sich bis ins Ziel zu einem Rückstand von über einer Minute.
So war ich im Ziel schon etwas enttäuscht, nur fünfte zu sein. Doch die Abstände waren für einmal ziemlich knapp und zur Medaille fehlte nur eine halbe Minute. Meine lange Serie von Einzelmeisterschaftsmedaillen ging so leider zu Ende. Doch mit zwei Titeln in diesem Jahr, war die Ausbeute trotzdem nicht schlecht. Ich hoffe, dass ich an der TOM eine neue Serie starten kann......
Nun habe ich eine zweiwöchige Pause mit den sCOOL-Etappen und auch wieder einmal zwei freie Wochenende. Diese freie Zeit werde ich nun nutzen, um nochmals richtig viel und gut zu trainieren im Hinblick aufs Weltcupfinal von Anfang Oktober.
 

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