SOM, Kandersteg und MOM
Eine lange Serie ging am Wochenende an der Mitteldistanzmeisterschaft zu
Ende. Zum ersten Mal seit der KOM 2003 musste ich ohne Medaille von
einer Einzelmeisterschaft nach Hause fahren. Doch alles der Reihe nach,
habt ihr doch schon lange nichts mehr von mir lesen können.
Auf die SOM sozusagen vor der Haustüre freute ich mich natürlich
speziell. Es ist gar nicht immer einfach, in einem Wald, den man so gut
kennt auch gut OL zu machen. Wir liefen diesmal mit Noëmi auf dem Start,
Karin auf der zweiten Strecke und ich auf dem Schluss. Wir wussten, dass
wir starke Gegnerinnen haben und für einen Sieg von Beginn weg einen
Vorsprung schaffen müssen. Noëmi startete gut, kam beim Übergang als
erste aus dem Wald. Doch auf der kurzen Schlussschlaufe verwandelte sich
der kleine Vorsprung leider in einen relativ grossen Rückstand von über
einer Minute. Das war nicht ganz nach Plan, doch um Medaillen konnten
wir immer noch mitreden. Karin machte ihre Sache sehr gut, schickte mich
als vierte, knapp hinter Kapreolo und nicht ganz eine Minute hinter
Hindelbank ins Rennen. Nur die Baslerinnen waren wie schon fast erwartet
nach der zweiten Strecke schon etwa 4 Minuten vor allen anderen. Ich
fand schnell einen guten Mix zwischen den für mich bekannten Strassen
und trotzdem nicht zuviel umlaufen. Mit immer wieder anderen, jeweils
ein paar Sekunden schnelleren Routen, konnte ich bis zum vierten Posten
zu Fränä im Hindelbanker Dress aufschliessen. Kapreolo konnte nicht
folgen und von hinten holte niemand auf. Bei Posten fünf standen wir
dann gemeinsam etwas ratlos in den kleinen Buchen herum, fanden dann
aber den Posten zum Glück schon bald. Mit abwechselnder Führung kämpften
wir uns zweimal über den Berg. Ich fühlte mich nicht gerade super und
hatte keine Chance, in den Steigungen eine Attacke zu starten. Bei der
zweiten Passage über die Wampflestrasse wusste ich, dass ich nun auf der
langen flachen Strassenstrecke einen Angriff wagen muss. Auf einen
Schlussspurt wollte ich es nicht ankommen lassen. So holte ich ein paar
Sekunden heraus bis zum Zuschauerposten und rettete sie über die
Schlussschlaufe ins Ziel. Über diese Silbermedaille freute ich mich sehr
und auch über einen technisch und taktisch guten Lauf. Läuferisch hatte
ich mich schon besser gefühlt. Da war wohl das Training über das
1000er Stägli am Tag zuvor bei der WM-Auswertung in Olten nicht ganz
unschuldig....
Nachher folgte eine Woche mit viel sCOOL-Arbeit und wenig Training. Am
Samstag fühlte ich mich schon vor dem Start zum ersten Tag in
Kandersteg müde und schlapp. Ich nahm mir vor, konzentriert zu
laufen, am läuferischen konnte ich ja nun nichts mehr ändern. Ich
erwischte einen guten Start, doch wurde ich leider schon bald übermütig.
Bereits zu drei gab es die erste kurze Suchaktion, noch nichts
schlimmes. Das gleiche beim fünften Posten, ungenau im Postenraum, kein
grosser Fehler. Doch zu Posten acht kam er dann, der grosse Bock. Ich
lief im halboffenen Steingebiet kreuz und quer, fing mich immer wieder
falsch auf. Irgendwann sah ich dann eine Militärdecke mit ein paar
Flaschen. Da hat wohl jemand sein Picknick liefen lassen, dachte ich.
Wenn ich gemerkt hätte, dass das unsere Verpflegung sein soll, wäre der
Fehler immerhin ein wenig kleiner geworden. So liess ich zwei Minuten im
Steinfeld liegen und glaubte nicht mehr daran, ein einigermassen gutes
Resultat zu schaffen. Doch es ging ja auch noch um die Ausgangslage für
den Jagdstart vom Sonntag. Ich schaffte es für den Rest des Laufes
nochmals mich zu konzentrieren. Die Rangliste hat mich dann
anschliessend sehr überrascht, war ich mit meinem für mich wirklich
schlechten Rang noch dritte. Dieser dritte Rang bescherte mir ein neues
Natel und natürlich eine gute Ausgangslage für den Sonntag.
Karte vom Samstag mit Routen findet ihr hier:
http://www.olternativ.ch/gadget/cgi-bin/reitti.cgi?act=map&id=7&kieli=
Die Geschichte vom Sonntag ist schnell erzählt. Ich startete schlecht,
suchte schon den ersten Posten, kam läuferisch nicht vom Fleck und wurde
so schon bald von mehreren Läuferinnen hinter mir aufgeholt. Doch auch
heute hatte ich mehr Glück......
Hinauf zum drittletzten Posten war ich der Meinung, dass es zwischen
Caroline und mir noch um Rang 5 und 6 gehen wird. Doch ein Blick zurück
erbrachte die Überraschung, dass Martina und Noëmi hinter uns und nicht
wie angenommen vor uns waren. So fand ich dann nochmals irgendwo soviel
Energie um mich vor Caroline wieder als dritte ins Ziel zu retten.
Diesmal war der Lohn ein Sack feiner Biofarm-Produkte.
Nach einer Woche, in welcher ich mir nicht so sicher war, ob ich mich
nun erhole soll oder endlich wieder einmal richtig trainieren, ging es
bereits mit der MOM weiter. Den Finalwald kannte ich schon ein wenig vom
Euromeeting 01. Ich freute mich auf diesen schnellen Wald, wusste aber,
dass es für mich nicht ganz einfach sein wird, da vor allem
Kompassarbeit gefragt ist. Das zählt ja leider nicht gerade zu meinen
Stärken. Der Qualilauf war ein solider Quali. Nachdem mir der
schwierigeren ersten Teil mit den vielen Steinen gut lief, drosselte ich
das Tempo etwas im Hinblick auf den Nachmittag. Läuferisch fühlte ich
mich besser als in Kandersteg eine Woche zuvor, doch leider immer noch
ein gutes Stück von meiner Bestform entfernt. Als zweitletzte nahm ich
den Final in Angriff. Schon zum ersten Posten machte ich den ersten
Bogen. Etwas, was sich leider dann durch den ganzen Lauf durchzog. Ich
hatte eigentlich unterwegs gar nicht das Gefühl, so schlecht zu laufen.
Doch unzählige Unsicherheiten im Postenraum, kleine Richtungsfehler
usw., die jedes mal 10 bis 15 Sekunden kosteten, summierten sich bis ins
Ziel zu einem Rückstand von über einer Minute.
So war ich im Ziel schon etwas enttäuscht, nur fünfte zu sein. Doch die
Abstände waren für einmal ziemlich knapp und zur Medaille fehlte nur
eine halbe Minute. Meine lange Serie von Einzelmeisterschaftsmedaillen
ging so leider zu Ende. Doch mit zwei Titeln in diesem Jahr, war die
Ausbeute trotzdem nicht schlecht. Ich hoffe, dass ich an der TOM eine
neue Serie starten kann......
Nun habe ich eine zweiwöchige Pause mit den sCOOL-Etappen und auch
wieder einmal zwei freie Wochenende. Diese freie Zeit werde ich nun
nutzen, um nochmals richtig viel und gut zu trainieren im Hinblick aufs
Weltcupfinal von Anfang Oktober.
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