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Sara Gemperle - Spanische Meisterschaften

12.04.2007

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Spanische Meisterschaften

Letzte Woche haben wir einen Mix aus Familienferien und Wettkampfwoche in Spanien gemacht. Auch wenn es sich vom Wetter und von der spanischen OL-Organisation her nicht als Highlight herausstellte, war es eine schöne und spannende Zeit.
Wir reisten bereits zwei Tage vor dem ersten Wettkampf nach Buitrago del Lozoya, 70km nördlich von Madrid. Das Dorf liegt auf 1000m.ü.M. was wir an den kalten Temperaturen schnell merkten. Ein erstes Jogging gleich vom Hotel weg führte uns durch herrlichen offenen Wald. Es musste ein Traum sein, hier OL zu machen....
Am nächsten Tag machten wir den Musterlauf und sahen da, dass es auch ziemlich anders aussehen kann. Ein Buschmesser könnte man ab und zu doch ganz gut gebrauchen.
Am Abend vor dem ersten Wettkampf, der Langdistanz, wussten wir noch sehr wenig über den Wettkampf. Das lag nicht an unseren nicht vorhandenen Spanischkenntnissen sondern an der anscheinend ganz normalen spanischen Organisation. Da regt sich niemand auf, über zu lange Anmarschwege zum Start, da man es im Voraus sowieso nicht weiss. Über Bratwürste oder kaltes Wasser in der Dusche gibt es auch nichts zu diskutieren, da OL-Beiz und Garderobe an spanischen Meisterschaften Fremdwörter sind. Man weiss eigentlich nur, wo der Parkplatz ist. Von dort hat man dann jeweils bis zum Start gesehen, nur wenn man zuerst startet, wie es Ausländer eben müssen, ist er noch gar nicht so leicht auszumachen. Am Vorstart und Start war an allen drei Tagen auch nicht immer alles ganz klar. Doch irgendwann war man unterwegs, und ab da war alles wie gewohnt. Bis man sich nach dem Lauf vergebens auf der Rangliste sucht, klassiert werden Ausländer nicht.
Das Gelände des Klassischen war sehr speziell. Die vielen buschigen Flächen versuchte ich möglichst zu umgehen. Doch wenn die Posten natürlich genau dort standen, war das nicht mehr möglich. Ich machte immer wieder kleine Fehler und das nicht nur bei den schwierigen Posten.


Karte Langdistanz

Am nächsten Tag ging es am Nachmittag weiter mit dem Sprint. Der sollte anscheinend im Dorf Buitrago del Lozoya selber sein. So genau wusste man das aber auch hier wieder nicht. So wagte ich mich mutig mit den Laufschuhen an den Start und hoffte auf einen Stadtsprint. Das war es dann nicht, aber mit den Wechseln zwischen Wald, Quartiere, Fluss und Altstadt ergab sich ein geniales Sprintgelände. Dass die Schuhwahl falsch war, war dabei Nebensache.  Ich startete ganz gut, doch von Posten 7 bis 9 war dann total der Wurm drin. Ich hatte grosse Probleme, die Felsen und Mauern in ein richtiges dreidimensionales Bild zu bringen und war immer wieder zu hoch oder zu tief am suchen.

Karte Sprint

Als letztes starteten wir zum Mitteldistanz. Dies war ein richtiges Bijou. Super belaufbarer Wald wechselte sich ab mit Felsplatten, Lichtungen und vielen Steinen. Nach dem ersten Blick auf die Karte erwartete ich es sehr schwierig. So war ich zu vorsichtig unterwegs und merkte zu spät, dass ich eigentlich schneller rennen könnte, da die Sicht wirklich hervorragend war und die Felsplatten und Steine einzuordnen kein Problem. Das Gelände war so schön, dass Rolf und ich die Zeit, bis auch die letzten gestartet waren und wir unsere Laufkarten wieder bekamen, im Wohnmobil der Schwiegereltern totschlugen um mit getauschten Karten gleich nochmals in den Wald zu stechen. Beim zweiten Versuch hätten wir beide die Kategorie des anderen gewonnen...vorher mussten wir uns jeweils knapp schlagen lassen.

Karte Mitteldistanz

Nach diesen Wettkämpfen machten wir uns auf nach Madrid. Einen Tag Zeit haben wir noch für die Hauptstadt Spaniens eingeplant. Als erstes wollten wir in den Palacio Real. Doch die Touristen-Schlange vor dem Eingang war so lang, dass wir das wieder aufgaben und uns mit der Aussenansicht begnügten.

So setzten wir uns in einen Doppeldecker-Touristenbus und sahen uns so die vielen historischen Gebäude, Bögen und Brunnen an. Der Abschluss für mich war dann ein Morgenjogging vor dem Rückflug durch den Parque del Retiro. Ein so toller Park habe ich noch nie gesehen. Der Wechsel zwischen Wiesen, wunderschönen Blumenanlagen, alten Gebäuden und Seen ist wohl einmalig. Trotzdem waren wir nicht unglücklich, dass wir zurück in die warme und sonnige Schweiz reisen konnten.