Spanische Meisterschaften
Letzte Woche haben wir einen Mix aus Familienferien und Wettkampfwoche
in Spanien gemacht. Auch wenn es sich vom Wetter und von der spanischen
OL-Organisation her nicht als Highlight herausstellte, war es eine
schöne und spannende Zeit.
Wir reisten bereits zwei Tage vor dem ersten Wettkampf nach Buitrago del
Lozoya, 70km nördlich von Madrid. Das Dorf liegt auf 1000m.ü.M. was wir
an den kalten Temperaturen schnell merkten. Ein erstes Jogging gleich
vom Hotel weg führte uns durch herrlichen offenen Wald. Es musste ein
Traum sein, hier OL zu machen....
Am nächsten Tag machten wir den Musterlauf und sahen da, dass es auch
ziemlich anders aussehen kann. Ein Buschmesser könnte man ab und zu doch
ganz gut gebrauchen.
Am Abend vor dem ersten Wettkampf, der Langdistanz, wussten wir noch
sehr wenig über den Wettkampf. Das lag nicht an unseren nicht
vorhandenen Spanischkenntnissen sondern an der anscheinend ganz normalen
spanischen Organisation. Da regt sich niemand auf, über zu lange
Anmarschwege zum Start, da man es im Voraus sowieso nicht weiss. Über
Bratwürste oder kaltes Wasser in der Dusche gibt es auch nichts zu
diskutieren, da OL-Beiz und Garderobe an spanischen Meisterschaften
Fremdwörter sind. Man weiss eigentlich nur, wo der Parkplatz ist. Von
dort hat man dann jeweils bis zum Start gesehen, nur wenn man zuerst
startet, wie es Ausländer eben müssen, ist er noch gar nicht so leicht
auszumachen. Am Vorstart und Start war an allen drei Tagen auch nicht
immer alles ganz klar. Doch irgendwann war man unterwegs, und ab da war
alles wie gewohnt. Bis man sich nach dem Lauf vergebens auf der
Rangliste sucht, klassiert werden Ausländer nicht.
Das Gelände des Klassischen war sehr speziell. Die vielen buschigen
Flächen versuchte ich möglichst zu umgehen. Doch wenn die Posten
natürlich genau dort standen, war das nicht mehr möglich. Ich machte
immer wieder kleine Fehler und das nicht nur bei den schwierigen Posten.

Karte Langdistanz
Am nächsten Tag ging es am Nachmittag weiter mit dem Sprint. Der
sollte anscheinend im Dorf Buitrago del Lozoya selber sein. So genau
wusste man das aber auch hier wieder nicht. So wagte ich mich mutig mit
den Laufschuhen an den Start und hoffte auf einen Stadtsprint. Das war
es dann nicht, aber mit den Wechseln zwischen Wald, Quartiere, Fluss und
Altstadt ergab sich ein geniales Sprintgelände. Dass die Schuhwahl
falsch war, war dabei Nebensache. Ich startete ganz gut, doch von
Posten 7 bis 9 war dann total der Wurm drin. Ich hatte grosse Probleme,
die Felsen und Mauern in ein richtiges dreidimensionales Bild zu bringen
und war immer wieder zu hoch oder zu tief am suchen.

Karte Sprint
Als letztes starteten wir zum Mitteldistanz. Dies war ein richtiges
Bijou. Super belaufbarer Wald wechselte sich ab mit Felsplatten,
Lichtungen und vielen Steinen. Nach dem ersten Blick auf die Karte
erwartete ich es sehr schwierig. So war ich zu vorsichtig unterwegs und
merkte zu spät, dass ich eigentlich schneller rennen könnte, da die
Sicht wirklich hervorragend war und die Felsplatten und Steine
einzuordnen kein Problem. Das Gelände war so schön, dass Rolf und ich
die Zeit, bis auch die letzten gestartet waren und wir unsere Laufkarten
wieder bekamen, im Wohnmobil der Schwiegereltern totschlugen um mit
getauschten Karten gleich nochmals in den Wald zu stechen. Beim zweiten
Versuch hätten wir beide die Kategorie des anderen gewonnen...vorher
mussten wir uns jeweils knapp schlagen lassen.

Karte Mitteldistanz
Nach diesen Wettkämpfen machten wir uns auf nach Madrid. Einen Tag
Zeit haben wir noch für die Hauptstadt Spaniens eingeplant. Als erstes
wollten wir in den Palacio Real. Doch die Touristen-Schlange vor dem
Eingang war so lang, dass wir das wieder aufgaben und uns mit der
Aussenansicht begnügten.

So setzten wir uns in einen Doppeldecker-Touristenbus und sahen uns so
die vielen historischen Gebäude, Bögen und Brunnen an. Der Abschluss für
mich war dann ein Morgenjogging vor dem Rückflug durch den Parque del
Retiro. Ein so toller Park habe ich noch nie gesehen. Der Wechsel
zwischen Wiesen, wunderschönen Blumenanlagen, alten Gebäuden und Seen
ist wohl einmalig. Trotzdem waren wir nicht unglücklich, dass wir zurück
in die warme und sonnige Schweiz reisen konnten.
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