Spring Cup Dänemark
Nach nur 4 Tagen OL-Trainings im Tessin ging nun also meine OL-Saison in
Dänemark so richtig los mit dem Spring-Cup. Gleichzeitig war es auch
mein erster Einsatz für meinen schwedischen Klub Leksands OK. Durch den
vielen Schnee in der Schweiz am Freitag hatten wir (ich und meine zwei
Leksand-Kollegen Andreas Rüedlinger und Stefan Lombriser) einige
Probleme überhaupt nach Dänemark zu fliegen. Früher oder später hatten
es dann alle geschafft.
Die Wettkämpfe waren für einmal nicht in der Umgebung von Hilleröd
sondern in Roskilde, im gleichen Wald wie die EM-Qualis 2004.
Am Samstag startete ich ganz schlecht. Nachdem ich die ersten zwei
Posten schon mehr als eine Minute gesucht habe, merkte ich dann, dass
ich nun also nicht mehr nur rennen sollte. Ich schaltete meinen Kopf ein
und fortan ging es um einiges besser. Läuferisch fühlte ich mich nicht
wirklich fit. Um in der Rangliste weit vorne zu sein, musste man jedoch
ein sehr schnelles Tempo laufen, da der Wald extrem schnell belaufbar
war und zusammen mit der guten Sicht kaum Fehler gemacht wurden. Die
schlechte Startphase ärgerte mich natürlich, doch mit dem Rest war ich
für den ersten Ernstfall doch ganz zufrieden.
Den Rest des Tages blieb dann endlich Zeit, um meine neuen Klubkollegen
kennenzulernen und über gemeinsame Erlebnisse, wie die Junioren-WM's vor
vielen Jahren, zu erzählen.
Nicht fehlen durfte natürlich auch die Vorbereitung auf die Staffel.
Obwohl Karin Schmalfeld und Petra Thomasson schneller waren im Einzel,
blieben wir dabei, dass ich in der Staffel die Schlussstrecke laufen
soll.
Und sie starteten sehr gut, Petra kam als erste von der Startstrecke
zurück. Karin baute mit der Läuferin von Skogsfalken zusammen den
Vorsprung auf die restlichen Teams auf gut drei Minuten aus. Eine
Vorlage, mit der ich insgeheim auch gerechnet habe, doch damit zu
starten war dann schon speziell. Mit dem TracTrac auf dem Rücken ging es
also los. Mein Ziel war klar: ich wollte mich nach vorne orientieren und
um den Sieg kämpfen! Die Lücke nach hinten sollte reichen, dass niemand
mehr auflief.
Beim ersten Posten hatte ich dann schon mal die langsamere Gabelung. Da
aber Sofia Olsson von Skogsfalken zum zweiten einen Fehler machte,
konnte ich dort trotzdem knapp die Führung übernehmen. Da ich nachher
vorne lief (und dabei auch das Gefühl genoss, in Führung zu laufen),
merkte ich nicht viel von den Gabelungen, konnte aber mit wohl eher
kürzeren meinen Vorsprung für ein paar Posten auf eine halbe Minute
ausbauen. Dann machte ich leider einen Fehler beim Weglaufen von Posten
9. Und ich war nicht die erste: Karin schaute beim TracTrac im Ziel zu
und musste mit ansehen, wie ich den genau gleichen Fehler mache wie sie
zuvor...
So reihte ich mich wieder hinter Sofia ein, in der Folge immer mit
Sichtkontakt aber nicht mehr ganz an ihren Fersen. Meine Beine liessen
zu wünschen übrig und ich musste extrem kämpfen. Kurz vor dem
Zuschauerposten erwischte ich nochmals die langsamere Gabelung. Es sah
distanzmässig gar nicht so aus, doch die zusätzlichen Höhenmeter zu
meinem Posten waren zuviel für mich. Ich wusste, dass mich nun nur noch
ein Fehler von Sofia in Führung bringen kann und hatte mehr und mehr
Angst, dass von hinten vielleicht doch noch jemand kommt. Kaum hatte ich
den Zuschauerposten passiert, begann der Speaker dann auch schon von
Simone Niggli zu sprechen....also nochmals volle Konzentration, alles
aus meinen müden Beinen herausholen und einfach ja nicht
zurückschauen.... So kam ich fehlerfrei über die kurze Schlussrunde.
Beim letzten Posten schaute ich dann doch noch zurück und war mehr als
froh, dass ich nichts bekanntes auftauchen sah, denn der Zieleinlauf war
lang, zuerst sumpfig und dann einen steilen Hügel hinauf. Unten am Hügel
erwarteten mich Petra und Karin um mit mir einzulaufen und mir den
Vorsprung auf Simone zu melden. So retteten wir uns als zweite mit einer
halben Minute Vorsprung auf die dritten ins Ziel.
Mit einem Podestplatz beim ersten Staffeleinsatz für Leksands OK bin ich
und auch meine beiden Staffelkolleginnen sicher zufrieden, auch wenn ich
dem möglichen Sieg noch etwas nachtrauere. Ob ich diese Chance so bald
wieder haben werde.....
Total müde aber mit vielen neuen Erfahrungen reiste ich in die Schweiz
zurück. Es war ein tolles Wochenende mit schönem Wetter, ohne Schnee und
mit einem super Klub.

Karte Spring-Cup Staffel
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