Argus Spitzensport
Sara Gemperle - WM-Testläufe

09.07.2007

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WM-Testläufe im Hubewald, Bürgwald, Thun und Lattigen

Die WM-Testläufe sind vorbei und einer weiteren Reise in die Ukraine steht mit der Selektion nun nichts mehr im Wege. Hier aber zuerst Karten und Geschichten zu den Testläufen.

Am Donnerstag ging es mit dem ersten Testlauf über die klassische Distanz los. Im Hubewald erwartete uns ein langer Wettkampf mit viel Steigung. Ich freute mich auf diesen Lauf und wollte damit einen ersten grossen Schritt in Richtung Ukraine machen.
Das Wetter zeigte sich nicht von der besten Seite, doch immerhin hörte der Regen gerade noch rechtzeitig auf. Die Postenbeschreibung mit einer Verpflegung bereits beim zweiten Posten liess eine erste Routenwahl schon früh erahnen. So kam nach dem ersten Posten eine lange Route mit viel Steigung. Ich entschied mich sofort für die rechte Route und lag damit goldrichtig. Meine Beine fühlten sich gut und so startete ich schnell. Nach der vielen Steigung zum zweiten Posten ging es nachher zum Glück während ein paar Posten bergab. Zu Posten sechs war ich wohl schon fast zu schnell unterwegs. Ich wollte eigentlich den Weg nicht auslaufen doch viel zu schnell stand ich schon auf der Kreuzung. Tja, das wäre noch nicht so schlimm, doch leider war ich dann im Postenraum nicht mehr wirklich konzentriert und musste oben auf dem Weg nochmals einen zweiten Anlauf nehmen, bis ich den Posten fand. So war die erste Minute weg und schon beim übernächsten Posten kam die nächsten Minute dazu. Zu Posten 8 konnte ich die eher diffusen, kleinen Dickichte und Wegspuren nicht richtig zuordnen. Zusätzlich gab dieser Fehler ein ungutes Gefühl, weil ich ja diesen Sammelposten noch zweimal anlaufen musste. Auf dem ersten Schmetterling war ich etwas unsicher unterwegs. Als ich dann den Sammelposten beim zweiten Mal ohne Probleme anlief, war aber die Krise zum Glück überstanden.

Den zweiten Teil lief ich dann fast ohne Fehler, ab und zu war die Routenwahl nicht ideal oder ich verlor ein paar Sekunden, weil ich in den Brombeeren stecken blieb. So war ich im Ziel mit meinem Lauf zufrieden und auch mit dem zweiten Rang nur ein paar Sekunden hinter Lea.
Karte Lang Teil 1
Karte Lang Teil 2

Am Samstag standen als nächstes zwei Sprints auf dem Programm. Am Morgen waren wir bei Spiez im Bürgwald unterwegs. Ein sehr steiler und steiniger Hügel mit teilweise auch dichter Vegetation. Nicht gerade mein Lieblingsterrain im Sprint, doch unterdessen weiss ich, dass ich auch da gut laufen kann. Doch diesmal wollte es nicht klappen. Ich war von Beginn weg überfordert in diesem hohen Tempo die Sachen richtig zuzuordnen. Mit viel Glück sah ich den ersten Posten, beim zweiten sah ich Noëmi gerade noch weglaufen und wusste so, wo er ungefähr sein muss. Doch dann, als eigentlich mein Teil ausserhalb des Waldes kam, fand ich den Ausgang aus dem Wald nicht auf Anhieb. Die mit Postfinance-Bändern markierten Weglein aus dem Wald verwirrten mich, da ich meinte es seien damit verbotene Gebiete abgesperrt. So waren dann auch die Routenwahlen zu vier und fünf nicht die schnellsten.

Den Teil im Felsengewirr meisterte ich dann mit nur kleinen Zeitverlusten doch nachher machte ich leider nochmals einen grösseren Fehler. Dass ich zu 9 zu weit rechts kam wäre ja noch nicht so schlimm, doch das ich nachher den Posten suche war dann zuviel für einen Sprint. Dieser Fehler führte auch dazu, dass wir unterdessen vier Frauen zusammen unterwegs waren und so waren dann die letzten Posten wenigstens kein Problem mehr. Der daraus resultierende 4. Rang war ja nicht so schlecht, doch der Zeitrückstand für einen Sprint extrem gross.
Karte Sprint Bürgwald

Am Abend wollte ich nun umso mehr zeigen, dass ich eine "Sprinterin" bin. In Thun stand der nächste Testlauf und gleichzeitig auch Biofarm-Lauf bevor. Das war mein absolutes Traumgelände!! Ich erwischte einen guten Start und hatte bis zum sechsten Posten alles voll im Griff. Dort war ich dann auf die Routenwahl zum nächsten Posten nicht vorbereitet. Eher eine Kurzschlusshandlung als eine überlegte Routenwahl liess mich dann die erstbeste Treppe hinunter rennen.

Der Vorteil der an sich eher etwas langsameren Route zum siebten Posten war, dass ich schon mal Posten acht anschauen konnte und wusste, das ich unter dem Schild des Coiffeurs hinein muss. Der Rest lief dann wieder ohne Probleme. Nur hatte es leider in der Stadt sehr viele Menschen unterwegs, die nichts mit dem OL zu tun hatten. So kam ich bei Posten 9 nicht darum herum, mir zum stempeln ziemlich unsanft den Weg frei zubahnen.
Mit dem zweiten Rang, einem weiteren Biofarm-Sack und dem dazugehörenden Preisgeld war ich natürlich sehr zufrieden.
Karte Sprint Thun

Nach feinen Spaghettis bei Wollebs in Burgdorf und einer erholsamen Nacht bei Fränä fühlte ich mich fit für den letzten Testlauf in Lattigen. Das Gelände sah spannend aus wenn auch teilweise recht grün. Und so war es dann auch. Der Startteil im flachen grün gelang mir anfangs ganz gut, wenn ich auch im Nachhinein weiss, dass ich zu langsam unterwegs war.

Zum 8ten Posten machte ich dann aber einen Parallelfehler, der mich 1 1/2 Minuten kostete. Im zweiten Teil hatte ich grosse Mühe, die Karte zu lesen. Da es stark regnete, somit ziemlich dunkel war im Wald und die Karte und insbesondere die Höhenkurven sehr fein gezeichnet sind, macht ich OL wie ein Anfänger: in den Postenraum laufen und dann mal herumschauen... Das kostete leider immer wieder ein paar Sekunden und das Tempo wurde dadurch auch nicht besser. 
Karte Mittel

Die Selektion für die WM habe ich natürlich trotzdem geschafft, ob es dann auch für meine gewünschten Einsätze reicht, wird erst später auskommen.

Nun geht es für unsere Familie am Donnerstag los nach Schweden. Wir werden zuerst eine Woche in Leksand trainieren und hoffentlich auch Ferien bei schönstem Wetter machen. Dann geht es südwärts nach Linköping für ein paar Trainings mit einem Teil des Weltcupteams bevor dann in Mjölby der O-Ringen wartet. Die ersten drei Etappen davon zählen zum Wetlcup.


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