WM-Testläufe im Hubewald, Bürgwald, Thun und Lattigen
Die WM-Testläufe sind vorbei und einer weiteren Reise in die Ukraine
steht mit der Selektion nun nichts mehr im Wege. Hier aber zuerst Karten
und Geschichten zu den Testläufen.
Am Donnerstag ging es mit dem ersten Testlauf über die klassische
Distanz los. Im Hubewald erwartete uns ein langer Wettkampf mit viel
Steigung. Ich freute mich auf diesen Lauf und wollte damit einen ersten
grossen Schritt in Richtung Ukraine machen.
Das Wetter zeigte sich nicht von der besten Seite, doch immerhin hörte
der Regen gerade noch rechtzeitig auf. Die Postenbeschreibung mit einer
Verpflegung bereits beim zweiten Posten liess eine erste Routenwahl
schon früh erahnen. So kam nach dem ersten Posten eine lange Route mit
viel Steigung. Ich entschied mich sofort für die rechte Route und lag
damit goldrichtig. Meine Beine fühlten sich gut und so startete ich
schnell. Nach der vielen Steigung zum zweiten Posten ging es nachher zum
Glück während ein paar Posten bergab. Zu Posten sechs war ich wohl schon
fast zu schnell unterwegs. Ich wollte eigentlich den Weg nicht auslaufen
doch viel zu schnell stand ich schon auf der Kreuzung. Tja, das wäre
noch nicht so schlimm, doch leider war ich dann im Postenraum nicht mehr
wirklich konzentriert und musste oben auf dem Weg nochmals einen zweiten
Anlauf nehmen, bis ich den Posten fand. So war die erste Minute weg und
schon beim übernächsten Posten kam die nächsten Minute dazu. Zu Posten 8
konnte ich die eher diffusen, kleinen Dickichte und Wegspuren nicht
richtig zuordnen. Zusätzlich gab dieser Fehler ein ungutes Gefühl, weil
ich ja diesen Sammelposten noch zweimal anlaufen musste. Auf dem ersten
Schmetterling war ich etwas unsicher unterwegs. Als ich dann den
Sammelposten beim zweiten Mal ohne Probleme anlief, war aber die Krise
zum Glück überstanden.

Den zweiten Teil lief ich dann fast ohne Fehler, ab und zu war die
Routenwahl nicht ideal oder ich verlor ein paar Sekunden, weil ich in
den Brombeeren stecken blieb. So war ich im Ziel mit meinem Lauf
zufrieden und auch mit dem zweiten Rang nur ein paar Sekunden hinter
Lea.
Karte Lang Teil 1
Karte Lang Teil 2
Am Samstag standen als nächstes zwei Sprints auf dem Programm. Am Morgen
waren wir bei Spiez im Bürgwald unterwegs. Ein sehr steiler und
steiniger Hügel mit teilweise auch dichter Vegetation. Nicht gerade mein
Lieblingsterrain im Sprint, doch unterdessen weiss ich, dass ich auch da
gut laufen kann. Doch diesmal wollte es nicht klappen. Ich war von
Beginn weg überfordert in diesem hohen Tempo die Sachen richtig
zuzuordnen. Mit viel Glück sah ich den ersten Posten, beim zweiten sah
ich Noëmi gerade noch weglaufen und wusste so, wo er ungefähr sein muss.
Doch dann, als eigentlich mein Teil ausserhalb des Waldes kam, fand ich
den Ausgang aus dem Wald nicht auf Anhieb. Die mit Postfinance-Bändern
markierten Weglein aus dem Wald verwirrten mich, da ich meinte es seien
damit verbotene Gebiete abgesperrt. So waren dann auch die Routenwahlen
zu vier und fünf nicht die schnellsten.

Den Teil im Felsengewirr meisterte ich dann mit nur kleinen
Zeitverlusten doch nachher machte ich leider nochmals einen grösseren
Fehler. Dass ich zu 9 zu weit rechts kam wäre ja noch nicht so schlimm,
doch das ich nachher den Posten suche war dann zuviel für einen Sprint.
Dieser Fehler führte auch dazu, dass wir unterdessen vier Frauen
zusammen unterwegs waren und so waren dann die letzten Posten wenigstens
kein Problem mehr. Der daraus resultierende 4. Rang war ja nicht so
schlecht, doch der Zeitrückstand für einen Sprint extrem gross.
Karte Sprint Bürgwald
Am Abend wollte ich nun umso mehr zeigen, dass ich eine "Sprinterin"
bin. In Thun stand der nächste Testlauf und gleichzeitig auch
Biofarm-Lauf bevor. Das war mein absolutes Traumgelände!! Ich erwischte
einen guten Start und hatte bis zum sechsten Posten alles voll im Griff.
Dort war ich dann auf die Routenwahl zum nächsten Posten nicht
vorbereitet. Eher eine Kurzschlusshandlung als eine überlegte Routenwahl
liess mich dann die erstbeste Treppe hinunter rennen.

Der Vorteil der an sich eher etwas langsameren Route zum siebten Posten
war, dass ich schon mal Posten acht anschauen konnte und wusste, das ich
unter dem Schild des Coiffeurs hinein muss. Der Rest lief dann wieder
ohne Probleme. Nur hatte es leider in der Stadt sehr viele Menschen
unterwegs, die nichts mit dem OL zu tun hatten. So kam ich bei Posten 9
nicht darum herum, mir zum stempeln ziemlich unsanft den Weg frei
zubahnen.
Mit dem zweiten Rang, einem weiteren Biofarm-Sack und dem dazugehörenden
Preisgeld war ich natürlich sehr zufrieden.
Karte Sprint Thun
Nach feinen Spaghettis bei Wollebs in Burgdorf und einer erholsamen
Nacht bei Fränä fühlte ich mich fit für den letzten Testlauf in Lattigen.
Das Gelände sah spannend aus wenn auch teilweise recht grün. Und so war
es dann auch. Der Startteil im flachen grün gelang mir anfangs ganz gut,
wenn ich auch im Nachhinein weiss, dass ich zu langsam unterwegs war.

Zum 8ten Posten machte ich dann aber einen Parallelfehler, der mich 1
1/2 Minuten kostete. Im zweiten Teil hatte ich grosse Mühe, die Karte zu
lesen. Da es stark regnete, somit ziemlich dunkel war im Wald und die
Karte und insbesondere die Höhenkurven sehr fein gezeichnet sind, macht
ich OL wie ein Anfänger: in den Postenraum laufen und dann mal
herumschauen... Das kostete leider immer wieder ein paar Sekunden und
das Tempo wurde dadurch auch nicht besser.
Karte Mittel
Die Selektion für die WM habe ich natürlich trotzdem geschafft, ob es
dann auch für meine gewünschten Einsätze reicht, wird erst später
auskommen.
Nun geht es für unsere Familie am Donnerstag los nach Schweden. Wir
werden zuerst eine Woche in Leksand trainieren und hoffentlich auch
Ferien bei schönstem Wetter machen. Dann geht es südwärts nach Linköping
für ein paar Trainings mit einem Teil des Weltcupteams bevor dann in
Mjölby der O-Ringen wartet. Die ersten drei Etappen davon zählen zum
Wetlcup.
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