Argus Spitzensport
Sara Gemperle - WM Ukraine

12.09.2007

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WM Ukraine, ein kurzer Rückblick.


Langsam aber sicher ist es "Schnee von gestern" wenn ich jetzt noch von der WM schreibe. Mein gedrängtes Programm mit vielen sCOOL-Etappen und eine nicht gerade riesige Motivation, überhaupt von dieser WM zu schreiben, sind daran schuld.

Die zwei Wochen in der Ukraine begannen gut, die letzten Trainings waren wirklich schön, Hunde liessen sich kaum blicken und das Essen war überraschend gut. Nach ein paar Trainingstagen ging es für mich los mit dem Sprint-Quali. Ich qualifizierte mich als zweite meines Feldes souverän für den Final. Dies mit einem sehr sicheren Lauf wo ich kein Risiko einging und mit meinen Sicherheitsrouten einige Sekunden verschenkte. Somit war ich mehr als zufrieden mit dem Resultat, da für einen Final dann noch einiges mehr möglich sein sollte.

Karte Sprint-Quali

Gleich am nächsten Tag ging es weiter mit dem Long-Quali. Diesmal war ich nicht mehr ganz so erfolgreich. Der Final war nie gefährdet, aber meine Motivation dafür!! Ich steckte dauernd irgendwo in den Brennnesseln fest, kam nicht vom Fleck in den halboffenen Gebieten und suchte auch gleich mehrere Posten. Unterwegs überlegte ich mir ernsthaft, warum ich mir das alles freiwillig antue. Das Gelände gehört jedenfalls definitiv nicht zu meinen Favoriten. Da aber das Finalgelände nicht gleich sein wird, war mein Frust schnell wieder verschwunden.

Karte Long-Quali

Dann folgten leider schon bald die weniger schönen Tage dieser WM. Am Tag vor dem Langfinal, die einen waren am Laufen des Mittelfinals, blieb ich den ganzen Tag im klimatisierten Hotel und fühlte mich trotzdem immer schlechter. Der Durchfall-Käfer hatte mich erwischt und auch mein Allgemeinzustand war nicht rosig.
Nach einer nicht gerade schlafreichen Nacht wagte ich mich trotzdem an den Start des Lang-Finals. Ich fühlte mich gar nicht so schlecht und nahm mir vor, zu starten als wäre alles normal. Nur waren leider meine Kraftreserven eben nicht gefüllt wie normal und schon bald kämpfte ich mich als "Flasche leer" durch den Wald. Das Gelände war übrigens genial, das grün bestand aus Sichtbehinderung und liess ein schnelles Tempo zu. Der Frust im Ziel war dann natürlich noch grösser als im Quali. Diesmal wäre das Gelände genau auf mich zugeschnitten gewesen und technisch lief es ja ganz gut, doch mit "Käfer" war einfach nicht mehr aus meinen Beinen herauszuholen. Aber alles wäre und hätte hilft da nicht weiter und ich hatte ja am Sprint nochmals eine Chance.

Karte Long-Final

Nur das sich dieser Käfer bei mir so lange festsetzte und einmal mehr einmal weniger stark wirkte, hatte ich nicht gedacht. Nach einem Tag mit Aufwärtstendenz (Pasta mit Sauce) folgte aus unerklärlichen Gründen wieder eine Verschlechterung (Pasta ohne Sauce oder sogar nur noch Cola und Bananen). Am Abend vor dem Sprint ging es mir ganz gut. Zaschi und ich schauten nochmals an, was es noch für Möglichkeiten gibt, um das so zu erhalten. Doch in der Nacht war wieder alles anders und am Morgen liess sich mein Bauch einfach nicht überreden, richtig zu Frühstücken. Nach einer weiteren "Arztkonsultation" und Lagebesprechung mit Arzt und Trainer wurde entschieden, dass ich zum Vorstart mitgehe und mal schaue, wie es mir beim Einlaufen so geht. Tja, und wenn man dann mal dort ist, braucht es doch sehr viel, bis man die Schuhe wieder auszieht und vom Vorstart zum Ziel spaziert. Es fühlte sich alles andere als frisch und gut an, doch ich lief. Technisch nicht perfekt aber doch ein gutes Rennen. Meine Beine? Die waren wie von einer Gummipuppe aber sicher nicht so, wie ich sie sonst kenne. Der 16. Rang ist daher keine schlechte Ausbeute, doch das wäre und hätte tat noch viel mehr weh, da an diesem Sonntag viel möglich gewesen wäre.

Karte Sprint-Final

Was ich von dieser WM positives mitnehme?
Eine tolle Stimmung im Team trotz der einen oder anderen Enttäuschung.
Eine mentale Meisterleistung meinerseits, dass ich trotz allem technisch gute Wettkämpfe zeigen konnte.
Viele Eindrücke aus einem Land, das ich wohl sonst nie gesehen hätte.

Die Saison ist noch nicht vorbei. Ich freue mich jetzt schon auf das Weltcup-Final in Stein am Rhein und hoffe natürlich auf viele Fans.
Simone und Lea werden mir sicher helfen, damit wir Elines Podest-Bild von der WM doch noch erfüllen können!!



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