WM Ukraine, ein kurzer Rückblick.
Langsam aber sicher ist es "Schnee von gestern" wenn ich jetzt noch von
der WM schreibe. Mein gedrängtes Programm mit vielen sCOOL-Etappen und
eine nicht gerade riesige Motivation, überhaupt von dieser WM zu
schreiben, sind daran schuld.
Die zwei Wochen in der Ukraine begannen gut, die letzten Trainings waren
wirklich schön, Hunde liessen sich kaum blicken und das Essen war
überraschend gut. Nach ein paar Trainingstagen ging es für mich los mit
dem Sprint-Quali. Ich qualifizierte mich als zweite meines Feldes
souverän für den Final. Dies mit einem sehr sicheren Lauf wo ich kein
Risiko einging und mit meinen Sicherheitsrouten einige Sekunden
verschenkte. Somit war ich mehr als zufrieden mit dem Resultat, da für
einen Final dann noch einiges mehr möglich sein sollte.
Karte Sprint-Quali
Gleich am nächsten Tag ging es weiter mit dem Long-Quali. Diesmal war
ich nicht mehr ganz so erfolgreich. Der Final war nie gefährdet, aber
meine Motivation dafür!! Ich steckte dauernd irgendwo in den
Brennnesseln fest, kam nicht vom Fleck in den halboffenen Gebieten und
suchte auch gleich mehrere Posten. Unterwegs überlegte ich mir
ernsthaft, warum ich mir das alles freiwillig antue. Das Gelände gehört
jedenfalls definitiv nicht zu meinen Favoriten. Da aber das Finalgelände
nicht gleich sein wird, war mein Frust schnell wieder verschwunden.
Karte Long-Quali
Dann folgten leider schon bald die weniger schönen Tage dieser WM. Am
Tag vor dem Langfinal, die einen waren am Laufen des Mittelfinals, blieb
ich den ganzen Tag im klimatisierten Hotel und fühlte mich trotzdem
immer schlechter. Der Durchfall-Käfer hatte mich erwischt und auch mein
Allgemeinzustand war nicht rosig.
Nach einer nicht gerade schlafreichen Nacht wagte ich mich trotzdem an
den Start des Lang-Finals. Ich fühlte mich gar nicht so schlecht und
nahm mir vor, zu starten als wäre alles normal. Nur waren leider meine
Kraftreserven eben nicht gefüllt wie normal und schon bald kämpfte ich
mich als "Flasche leer" durch den Wald. Das Gelände war übrigens genial,
das grün bestand aus Sichtbehinderung und liess ein schnelles Tempo zu.
Der Frust im Ziel war dann natürlich noch grösser als im Quali. Diesmal
wäre das Gelände genau auf mich zugeschnitten gewesen und technisch lief
es ja ganz gut, doch mit "Käfer" war einfach nicht mehr aus meinen
Beinen herauszuholen. Aber alles wäre und hätte hilft da nicht weiter
und ich hatte ja am Sprint nochmals eine Chance.
Karte Long-Final
Nur das sich dieser Käfer bei mir so lange festsetzte und einmal mehr
einmal weniger stark wirkte, hatte ich nicht gedacht. Nach einem Tag mit
Aufwärtstendenz (Pasta mit Sauce) folgte aus unerklärlichen Gründen
wieder eine Verschlechterung (Pasta ohne Sauce oder sogar nur noch Cola
und Bananen). Am Abend vor dem Sprint ging es mir ganz gut. Zaschi und
ich schauten nochmals an, was es noch für Möglichkeiten gibt, um das so
zu erhalten. Doch in der Nacht war wieder alles anders und am Morgen
liess sich mein Bauch einfach nicht überreden, richtig zu Frühstücken.
Nach einer weiteren "Arztkonsultation" und Lagebesprechung mit Arzt und
Trainer wurde entschieden, dass ich zum Vorstart mitgehe und mal schaue,
wie es mir beim Einlaufen so geht. Tja, und wenn man dann mal dort ist,
braucht es doch sehr viel, bis man die Schuhe wieder auszieht und vom
Vorstart zum Ziel spaziert. Es fühlte sich alles andere als frisch und
gut an, doch ich lief. Technisch nicht perfekt aber doch ein gutes
Rennen. Meine Beine? Die waren wie von einer Gummipuppe aber sicher
nicht so, wie ich sie sonst kenne. Der 16. Rang ist daher keine
schlechte Ausbeute, doch das wäre und hätte tat noch viel mehr weh, da
an diesem Sonntag viel möglich gewesen wäre.
Karte Sprint-Final
Was ich von dieser WM positives mitnehme?
Eine tolle Stimmung im Team trotz der einen oder anderen Enttäuschung.
Eine mentale Meisterleistung meinerseits, dass ich trotz allem technisch
gute Wettkämpfe zeigen konnte.
Viele Eindrücke aus einem Land, das ich wohl sonst nie gesehen hätte.
Die Saison ist noch nicht vorbei. Ich freue mich jetzt schon auf das
Weltcup-Final in Stein am Rhein und hoffe natürlich auf viele Fans.
Simone und Lea werden mir sicher helfen, damit wir Elines Podest-Bild
von der WM doch noch erfüllen können!!

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